Facebook Instant Articles

Publizieren fernab der eigenen Website.

Wer in der Vergangenheit die Reichweite für publizierte Inhalte und Artikel steigern wollte, postete einen kurz angeteaserten Link innerhalb der sozialen Netzwerke. Die wenig flexible Darstellung im Stream oder auf der Pinnwand war dabei ein häufiger Kritikpunkt.

Mit der Einführung der Instant Articles dürfte dieses Prinzip sein Ende finden. Die eigene Website wird zukünftig nicht mehr die Mitte des Web-Universums darstellen, zumindest wenn es um Newsbeiträge oder Blogposts geht.

Der Startseiten-Traffic von Blogs und Newsportalen ist bereits rückläufig. Immer mehr Nutzer suchen den verkürzten Einstieg zu Inhalten, die ihnen in dieser Form wesentlich schneller und ohne den "Bruch" zwischen App und Browser zugänglich gemacht werden.

Das geänderte Nutzerverhalten spielt den Instant Articles dabei voll in die Karten. Bei der immer weiter steigenden Flut an Inhalten werden diese zukünftig den Weg zum Leser suchen müssen und nicht umgekehrt.

Die aktuellen Zahlen unterstreichen diesen Trend. Bis zu 30% mehr Klicks auf Instant Articles im Vergleich zu Website-Links.

Die bis zu 10x schnelleren Ladezeiten sind im weiter wachsenden Mobil-Sektor ein echter Pluspunkt.

Dazu erscheinen die Möglichkeiten der Content-Kreation innerhalb des sozialen Netzwerks nahezu unbegrenzt: Fotos, Videos, interaktive Funktionen, Vorlieben, Kommentare - all diese Inhalte lassen sich in einem Artikel verarbeiten.

Folgende Punkte sollten nun weit oben auf der Agenda stehen:

1. Marken müssen beginnen, wie Verlage zu denken und zu publizieren. Zur Entwicklung von Instant Articles können CMS-eigene Schnittstellen oder Plugins verwendet werden. Alternativ bietet Facebook die Canvas-Funktion für Anzeigenentwicklung als Tool an.

2. An gut produzierten Inhalten ist nun entgültig kein vorbeikommen mehr. Halbgare Artikel verpuffen auf der externen Plattform sofort. Sie stehen alleine und müssen ohne das übliche Gerüst einer Website funktionieren. Kein zweiter Klick, kein stöbern, keine weitere Einflussnahme.

3. Die Performance wird ähnlich wie bei den Video-Posts sehr gut sein. Wer frühzeitig adaptiert, verschafft sich einen echten Vorsprung.

Publisher haben dabei auch weiterhin die volle Kontrolle über ihren Inhalt. Artikel können optional exklusiv für Facebook produziert werden. Werbeeinnahmen bleiben bei selbständiger Verwaltung der Anzeigen zu 100% beim Publisher. Bei Nutzung des Anzeigennetzwerks behält Facebook 30% ein. Neben den von Facebook bereitgestellten Statistiken können Publisher auch eigene Analyse-Tools einbinden und die Performance unabhängig messen und bewerten.

Fazit: Instant Articles bieten Publishern eine echte Chance, auf das geänderte Nutzerverhalten zu reagieren und Inhalte dort zu platzieren, wo sich der Leser bewegt und wo er gerne interagiert.

https://instantarticles.fb.com/

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